Geschichte der Fotografie
Camera obscura
Den ersten Vorläufer der Fotografie nennt man "camera obscura". Dieses Prinzip erkannte bereits Aristoteles (384–332 v. Chr.)
Die Camera obscura (lateinisch: Dunkle Kammer) war ein abgedunkelter Raum mit einem kleinen Loch in der Wand. Das einfallende Licht projizierte auf die gegenüberliegende Wand ein auf dem Kopf stehendes Bild der Außenwelt. Dieses Prinzip erkannte bereits Aristoteles (384–332 v. Chr.) im 4. Jahrhundert v. Chr. Doch war es aber Leonardo da Vinci (1452–1519) der die Funktionsweise der Camera obscura richtig deutete.
Spiegel der Wirklichkeit
Bevor die "camera obscura" zum Vorbild der Fotografie wurde, benutzten sie Maler ab dem 17. Jahrhundert dazu, naturgetreue Abbildungen zu erzielen. Das war möglich geworden, nachdem es gelungen war, das auf dem Kopf stehende Bild in der "camera obscura" umzudrehen. Zum Beispiel durch einen schräg gestellten Spiegel. Jetzt mussten sich die Künstler nur noch in die Camera setzen und die Umrisse der an die Wand projizierten Gegenstände oder Landschaften nachzeichnen.
Hilfe für Astronomen
Die Entdeckung der "camera obscura" machten sich auch Wissenschaftler zunutze. So beobachtete zum Beispiel der Astronom Johannes Kepler mit Hilfe dieser Erfindung die Himmelskörper: Durch ein Fernrohr fiel das Bild der Sterne auf eine dunkle Leinwand. Dort konnte die Bewegung der Gerstirne dann leicht nachgezeichnet werden.
Vorläufer unserer Kameras
Während die Geräte anfangs sehr groß waren, baute Johannes Zahn 1655 die ersten kleinen Kameras. Sie waren unseren Fotoapparaten schon sehr ähnlich und arbeiteten mit austauschbaren Linsen. Sie hatten aber einen Nachteil: Das Bild, das sie zeichneten, war vergänglich und nur so lange zu sehen, wie Licht in die Kamera fiel. Dauerhafte Bilder konnte man, wie in unserem Artikel über das erste Foto zu lesen, erst 200 Jahre später herstellen.

In Edinburgh und Greenwich bei London sind begehbare, raumgroße Camerae obscurae eine Touristenattraktion. Auch das Deutsche Filmmuseum hat eine Camera Obscura, in der ein Bild des gegenüberliegenden Mainufers projiziert wird.
Aktualisiert (Montag, den 12. Juli 2010 um 11:27 Uhr)